Alte Türen aufwerten: Lackieren, Folieren oder Aufdoppeln?
Alte Innentüren müssen nicht zwingend ausgetauscht werden. Oft reicht eine gezielte Aufwertung, um wieder ein sauberes und zeitgemäßes Bild zu bekommen. Die drei gängigen Wege sind Lackieren, Folieren und Aufdoppeln. Jeder hat eigene Voraussetzungen, Kosten und Haltbarkeitsgrenzen. Wer sich vorher über die Unterschiede informiert, spart später Geld und Ärger.
Beim Lackieren entscheidet die Oberfläche über den Aufwand. Eine glatte, bereits lackierte Tür lässt sich nach guter Vorbereitung neu streichen. Bei Echtholz oder furnierten Türen ist Schleifen und Grundieren Pflicht, sonst blättert der neue Lack schnell ab. Der Vorteil liegt in der freien Farbwahl und der Möglichkeit, kleine Kratzer zu kaschieren. Nachteilig sind Trocknungszeiten, Geruchsbelastung und der Staub, der beim Zwischenschliff entsteht. Wer keine Werkstatt oder Garage hat, sollte diesen Weg im Winter kritisch prüfen.
Folieren ist die schnellste Variante, wenn die Tür eine ebene, tragfähige Oberfläche hat. Strukturierte oder stark profilierte Türen scheiden aus, weil die Folie nicht sauber haftet. Gute Folien halten je nach Beanspruchung zehn bis fünfzehn Jahre, billige Produkte lösen sich an den Kanten. Ein weiterer Punkt ist die Optik: Folie wirkt selten wie echtes Holz, dafür ist die Auswahl an Uni- und Dekorfarben groß. Wenn man sich fragt, wie man Innentüren verändern kann, ohne die Zargen anzufassen, ist Folieren oft die pragmatische Antwort.
Aufdoppeln bedeutet, eine dünne Platte auf die bestehende Tür zu kleben oder zu schrauben. Das ist sinnvoll bei Türen, die zu dünn sind, stark beschädigt wurden oder eine völlig neue Oberfläche bekommen sollen. Der Aufbau wird schwerer, deshalb müssen Scharniere und Beschläge geprüft werden. Auch die Zarge muss zur neuen Dicke passen, sonst klemmt die Tür. Wer handwerklich sicher ist, bekommt hier eine robuste Lösung mit vielen Materialoptionen. Für Mietwohnungen ist Aufdoppeln meist zu aufwendig, weil der Rückbau kompliziert wird.